KINOPROGRAMM


Hier präsentieren wir die Filme für den Zeitraum Jänner bis März 2020 sowie das Programmheft als PDF-Dokument zum kostenlosen Download.

Die Veranstaltungsorte & Eintrittspreise:

- KIAM Galerie, Wienerstraße 1, 3300 Amstetten
Eintritt: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für SchülerInnen und Studierende
Reservierung: <Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, zum Ansehen müssen Sie in Ihrem Browser JavaScript aktivieren.>

- Rathaussaal Amstetten, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten
Eintritt: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für SchülerInnen und Studierende
Keine Reservierung möglich!

- Stadthotel Gürtler, Rathausstraße 13, 3300 Amstetten
Eintritt: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für SchülerInnen und Studierende
Keine Reservierung möglich!
Legende:

dF = deutsche Fassung
OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln





SYSTEMSPRENGER-Systemsprenger Systemsprenger Zoom

SYSTEMSPRENGER

mit anschließendem moderierten Filmgespräch in Anwesenheit der beiden Pädagogischen Leiterinnen Julia Kepplinger und Phil Ellmer aus dem SOS-Kinderdorf Altmünster.

Mittwoch, 19. 02. | 19.00 Uhr im Stadthotel Gürtler

Drehbuch u. Regie: Nora Fingscheidt, Deutschland, 2019, 125 min.

Aufrüttelndes Drama um ein neunjähriges Mädchen, das auf Grund seiner Aggressivität im pädagogischen System keinen Platz findet und zwischen den Institutionen hin- und hergereicht wird. „Systemsprenger“ bezeichnet in der Pädagogik und in der Psychiatrie einen Patienten, der nicht in eine Institution oder in das Hilfssystem integriert werden kann.

Bernadette (Helena Zengel), die am liebsten Benni genannt werden möchte, ist neun Jahre alt und hat bereits mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie hinter sich. Sie wurde aus verschiedenen Heimen und Wohnprojekten hinausgeworfen, hat es in keiner Pflegefamilie ausgehalten und wurde von der Sonderschule suspendiert. Benni hat manchmal Wutausbrüche, in denen sie die Kontrolle komplett verliert und andere Kinder gefährlich verletzt. Sie ist ein Systemsprenger, für den es im Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz gibt.
Auf Grund eines Zwischenfalls in ihrer Kindheit ist Benni schwer traumatisiert, nur ihre Mutter darf sie etwa im Gesicht berühren. Überhaupt sehnt sich Benni nach der Liebe ihrer Mutter (Lisa Hagmeister). Diese ist aber mit der Unberechenbarkeit des Kindes hoffnungslos überfordert. Als vom Jugendamt der Anti-Gewalt-Trainer Micha (Albrecht Schuch) für Benni organisiert wird, scheint sich die Neunjährige langsam zu öffnen. Gibt es doch einen Platz für Benni?

Fingerscheidt hat fünf Jahre für diesen Film recherchiert und ist tief in das System der Kinder- und Jugendhilfe eingetaucht. Ihr exzellenter Film wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet und als deutscher Vorschlag für die Kategorie Bester Internationaler Film bei der Oscarverleihung 2020 ausgewählt.

Foto: © Yunus Roy Imer







DER KLAVIERSPIELER VOM GARE DU NORD-Der Klavierspieler vom Gare du Nord / Au bout des doigts Der Klavierspieler vom Gare du Nord / Au bout des doigts Zoom

DER KLAVIERSPIELER VOM GARE DU NORD

Dienstag, 03.03. (dF) | Mittwoch, 04.03. (OmU) | 19.30 Uhr in der Galerie KIAM
Drehbuch u. Regie: Ludovic Bernard, Frankreich, 2018, 106 min.

Eine so brillante wie elektrisierende Geschichte über die vereinende Kraft der Musik und die große Chance, die im gegenseitigen Vertrauen liegt!

Mathieu Malinski (Jules Benchetrit) redet nicht viel, aber wenn der junge Mann aus der Pariser Banlieue ein Klavier sieht, vergisst er die Welt um sich. Auf dem Bahnhof Gard du Nord eilen die Menschen zu den Zügen, aus den Lautsprechern ertönen Durchsagen, aber Mathieu hat sich mitten im Trubel an das öffentliche Klavier gesetzt und spielt ein klassisches Stück. Als ihn eines Tages Pierre Geithner (Lambert Wilson), der künstlerische Leiter des Pariser Konservatoriums, zufällig hört, bleibt er stehen und lauscht verzückt: Er hat ein Talent entdeckt.
Es ist allerdings ein Talent, das gar nicht entdeckt werden will. Mathieu hat die soziale Kluft tief verinnerlicht, die ihn seit seiner Kindheit von Gleichaltrigen trennt, deren Begabungen ausgiebig gefördert werden. Doch als er mit seinen Freunden aus den Vororten einen Einbruch begeht und gefasst wird, weil er sich in der noblen Wohnung nicht um den Schmuck kümmert, sondern Klavier spielt und die Polizisten nicht kommen hört, setzt sich Pierre vor Gericht dafür ein, dass Mathieu Sozialstunden auf dem Konservatorium ableistet, statt ins Gefängnis zu gehen. Pierre will Mathieu nun dazu bewegen, sich von der „Gräfin“ (Kristin Scott Thomas), der besten und strengsten Klavierlehrerin im Haus, unterrichten zu lassen. . .

Ein Film voller Atmosphäre und Energie!

Foto: © Luna Filmverleih






JOY-Joy Joy Zoom

JOY

Dieser Film wird im Rahmen der Ars Femina 2020 gezeigt.

Mittwoch, 11.03. | 19.00 Uhr im Rathaussaal

Drehbuch u. Regie: Sudabeh Mortezai, Österreich, 2018, 100 min.

Der Film erzählt von Frauen, die Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung wurden. Er nimmt dabei durchgehend deren Perspektive ein und beleuchtet ein System, in dem die Rollen Ausbeuterin, Komplizin und Opfer fließend ineinander übergehen.

Joy ist eine junge Frau aus Nigeria, die in Wien als Prostituierte arbeitet. Einerseits möchte sie mit dem dadurch verdienten Geld ihre kleine Tochter und ihre Familie in Nigeria finanziell unterstützen, andererseits muss sie bei Madame, ihrer Zuhälterin, die früher selbst als Prostituierte gearbeitet hat, ihre Schulden abbezahlen und sich damit von ihr freikaufen. Denn Joys Reise von Afrika nach Europa mit Schleppern hat tausende Euro gekostet und muss zurückgezahlt werden. Zudem hat Joy in ihrer Heimat den Juju-Schwur abgelegt, der es ihr verbietet, Landsleute von ihr anzuzeigen. Nachdem die Freiheit für Joy in greifbare Nähe gerückt ist, überantwortet Madame ihr Precious, ein junges nigerianisches Mädchen, das sich nicht mit seinem Schicksal abfinden möchte ...

Joy erhielt das Prädikat BESONDERS WERTVOLL und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Schauspielpreis für Joy Anwulika Alphonsus bei der Diagonale 2019, und mit dem Max Ophüls Preis 2019 für den besten Schauspielernachwuchs, der ebenfalls an Joy Alphonsus ging.
Außerdem war Joy der österreichische Kandidat für den besten Internationalen Film für die Oscarverleihung 2020, wurde aber wegen eines zu hohen Sprachanteils in Englisch disqualifiziert.

Foto: © Filmladen Filmverleih







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