KINOPROGRAMM


Hier präsentieren wir die Filme für den Zeitraum Jänner bis März 2020 sowie das Programmheft als PDF-Dokument zum kostenlosen Download.

Die Veranstaltungsorte & Eintrittspreise:

- KIAM Galerie, Wienerstraße 1, 3300 Amstetten
Eintritt: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für SchülerInnen und Studierende
Reservierung: <Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, zum Ansehen müssen Sie in Ihrem Browser JavaScript aktivieren.>

- Rathaussaal Amstetten, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten
Eintritt: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für SchülerInnen und Studierende
Keine Reservierung möglich!

- Stadthotel Gürtler, Rathausstraße 13, 3300 Amstetten
Eintritt: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für SchülerInnen und Studierende
Keine Reservierung möglich!
Legende:

dF = deutsche Fassung
OmU = Originalfassung mit deutschen Untertiteln





ZWISCHEN DEN ZEILEN-Zwischen den Zeilen / Doubles vies Zwischen den Zeilen / Doubles vies Zoom

ZWISCHEN DEN ZEILEN

Dienstag, 28. 01. (dF) | Mittwoch, 29. 01. (OmU) | 19.30 Uhr in der Galerie KIAM
Drehbuch u. Regie: Olivier Assayas, Frankreich, 2018, 108 min.

Olivier Assayas zeichnet mit leichter Hand ein Sittenbild des intellektuellen Pariser Literaturbetriebs. Subtil legt er die Doppelleben seiner Helden offen, und zeigt in treffenden Dialogen, wie vieles doch gleich bleibt, selbst wenn ständig von Veränderung die Rede ist. Besetzt mit einem hochkarätigen Ensemble um Juliette Binoche als Selena und Guillaume Canet als Alain bietet Zwischen den Zeilen zugleich intelligentes Kino und beste französische Unterhaltung.

Manchmal fällt es nicht schwer, zwischen den Zeilen zu lesen: Léonard schreibt Romane, in denen er vergangene Liebschaften verarbeitet und die realen Bezüge mehr schlecht als recht verschleiert. Kein Wunder, dass Alain, sein Verleger, von Léonards letztem Manuskript wenig überzeugt ist, noch dazu, weil er im Augenblick auch mehr mit der Digitalisierung seines Verlags beschäftigt ist, bzw. mit der attraktiven, jungen Mitarbeiterin, die hierfür zuständig ist. Alains Frau, Selena dagegen gefällt Léonards Text, vielleicht, weil sie selbst mit einer Affäre in die Angelegenheit verstrickt ist. Ehrlichkeit ist hier ein flexibles Konzept. Und so diskutieren alle mit viel Witz über Dichtung und Wahrheit sowie den kulturellen und digitalen Wandel , und sehen über ihr frivoles Handeln entspannt hinweg.

Jon Frosch von The Hollywood Reporter: Das Interesse des Filmemachers an den Folgen der Globalisierung, das sich thematisch durchgängig durch alle seine Werke zieht, erweist sich in diesem witzigen und scharfsinnigen Porträt von Menschen als sehr präsent. Der Regisseur feiert im Film die verführerische Schönheit Frankreichs und den Reichtum der Kultur des Landes, zeigt aber auch den Kampf mit den Veränderungen, den er zutiefst menschlich erscheinen lässt. Dieser Film ist ein Vergnügen!

Foto: © Filmladen Filmverleih







LEID UND HERRLICHKEIT-Leid und Herrlichkeit / Dolor y gloria Leid und Herrlichkeit / Dolor y gloria Zoom

LEID UND HERRLICHKEIT

Dienstag, 04.02. (dF) | Mittwoch, 05.02. (OmU) | 19.30 Uhr in der Galerie KIAM
Drehbuch u. Regie: Pedro Almodóvar, Spanien, 2019, 114 min.

Neben zahlreichen anderen Nominierungen wurde Leid und Herrlichkeit von Spanien als Beitrag für die Oscarverleihung 2020 in der Kategorie Bester Internationaler Film eingereicht. Antonio Banderas wurde für seine Darstellung des Salvador Mallo bereits fünfmal mit einer Auszeichnung geehrt.

Regisseur Salvador Mallo entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das große Kino und für die Geschichten, die er erzählte. Aufgewachsen im Valencia der 60er Jahre, aufgezogen von einer liebevollen Mutter (Penélope Cruz), die sich ein besseres Leben für ihn wünschte, zog es ihn in den 80er Jahren nach Madrid. Dort traf er auf Federico, eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf veränderte.
Nun, gezeichnet von seinem exzessiven Leben, sitzt der alternde Mallo in seiner abgedunkelten Wohnung. Er ist depressiv, allein, hilflos, faul und stur und wird von Ischias, Tinnitus, Schlaflosigkeit und Migräne gequält. Er betäubt sich mit vielen Tabletten, bunt gemischt. Und obwohl Mallo kaum etwas tut, findet das Leben Wege, ihn mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren, mit den Meilensteinen, die ihn prägten und seine Persönlichkeit formten.

„Wer jetzt annimmt, dass Leid und Herrlichkeit schwere Kost ist, unterschätzt den Regisseur. Denn Almodóvar hat wie immer einen Film über das Vergnügen gemacht, der selbst ein Vergnügen ist: Witzig, intelligent und sinnlich. Es geht um Liebe, Erinnerung, Kunst, Mütter, Liebhaber und am meisten um sich selbst.“ (The Guardian)

Auf die Frage, ob Leid und Herrlichkeit auf seinem eigenen Leben basiere, antwortete Almodóvar : „Nein, und ja, auf jeden Fall.“

Foto: © Studiocanal / El Deseo / Manolo Pavón







WELCOME TO SODOM-Welcome to Sodom Welcome to Sodom Zoom

WELCOME TO SODOM

Dienstag, 11.02. (dF) | Mittwoch, 12.02. (OmU) | 19.30 Uhr in der Galerie KIAM
Regie: Florian Weigensamer, Christian Krönes, Österreich, 2018, 92 min.

Dieser Dokumentarfilm lässt die Zuseher hinter die Kulissen einer der größten Elektroschrottmüllhalden der Welt in Afrika blicken und porträtiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen.

In Agbogbloshie am Rande der Stadt Accra in Ghana werden jedes Jahr 250000 Tonnen ausrangierte Computer, Smartphones, Drucker und andere Geräte aus der ersten Welt abgeladen. Es ist Europas größte Elektromüllhalde. Von den Bewohnern wird sie Sodom genannt, denn Tausende Erwachsene, Jugendliche und Kinder leben und arbeiten dort, zerkleinern und schmelzen den Schrott und setzen dabei ihre Gesundheit aufs Spiel. Die Müllhalde von Agbogbloshie wird bei nicht fachgerechter Entsorgung höchstwahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen!

Die beiden Regisseure über die Dreharbeiten:
„Wir sind mit einem Grundsatz in die Dreharbeiten gegangen und haben ihn auch konsequent umgesetzt: Nämlich nichts zu inszenieren, sondern genau und sensibel zu dokumentieren. Entdecken, schauen, nicht verstehen!“
„Meist führt Landflucht diese Menschen aus dem Norden Ghanas nach Accra, in der Hoffnung, in der Stadt Arbeit zu finden, die es aber nicht gibt. So enden sie auf der Müllhalde, da man dort zumindest ein wenig verdienen kann.“
„Unsere größte Befürchtung während der Dreharbeiten war, dass wir unsere Protagonisten, die wir während der Recherche kennen lernten, nicht mehr finden würden. Denn die Menschen verlassen, sobald genügend Geld vorhanden ist, für eine Zeit Agbogbloshie und verbringen diese meist bei ihren Familien im Norden des Landes. Doch sie kommen immer wieder zurück.“

Foto: © Stadtkino Filmverleih







SYSTEMSPRENGER-Systemsprenger Systemsprenger Zoom

SYSTEMSPRENGER

mit anschließendem moderierten Filmgespräch in Anwesenheit der beiden Pädagogischen Leiterinnen Julia Kepplinger und Phil Ellmer aus dem SOS-Kinderdorf Altmünster.

Mittwoch, 19. 02. | 19.00 Uhr im Stadthotel Gürtler

Drehbuch u. Regie: Nora Fingscheidt, Deutschland, 2019, 125 min.

Aufrüttelndes Drama um ein neunjähriges Mädchen, das auf Grund seiner Aggressivität im pädagogischen System keinen Platz findet und zwischen den Institutionen hin- und hergereicht wird. „Systemsprenger“ bezeichnet in der Pädagogik und in der Psychiatrie einen Patienten, der nicht in eine Institution oder in das Hilfssystem integriert werden kann.

Bernadette (Helena Zengel), die am liebsten Benni genannt werden möchte, ist neun Jahre alt und hat bereits mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie hinter sich. Sie wurde aus verschiedenen Heimen und Wohnprojekten hinausgeworfen, hat es in keiner Pflegefamilie ausgehalten und wurde von der Sonderschule suspendiert. Benni hat manchmal Wutausbrüche, in denen sie die Kontrolle komplett verliert und andere Kinder gefährlich verletzt. Sie ist ein Systemsprenger, für den es im Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz gibt.
Auf Grund eines Zwischenfalls in ihrer Kindheit ist Benni schwer traumatisiert, nur ihre Mutter darf sie etwa im Gesicht berühren. Überhaupt sehnt sich Benni nach der Liebe ihrer Mutter (Lisa Hagmeister). Diese ist aber mit der Unberechenbarkeit des Kindes hoffnungslos überfordert. Als vom Jugendamt der Anti-Gewalt-Trainer Micha (Albrecht Schuch) für Benni organisiert wird, scheint sich die Neunjährige langsam zu öffnen. Gibt es doch einen Platz für Benni?

Fingerscheidt hat fünf Jahre für diesen Film recherchiert und ist tief in das System der Kinder- und Jugendhilfe eingetaucht. Ihr exzellenter Film wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet und als deutscher Vorschlag für die Kategorie Bester Internationaler Film bei der Oscarverleihung 2020 ausgewählt.

Foto: © Yunus Roy Imer







DER KLAVIERSPIELER VOM GARE DU NORD-Der Klavierspieler vom Gare du Nord / Au bout des doigts Der Klavierspieler vom Gare du Nord / Au bout des doigts Zoom

DER KLAVIERSPIELER VOM GARE DU NORD

Dienstag, 03.03. (dF) | Mittwoch, 04.03. (OmU) | 19.30 Uhr in der Galerie KIAM
Drehbuch u. Regie: Ludovic Bernard, Frankreich, 2018, 106 min.

Eine so brillante wie elektrisierende Geschichte über die vereinende Kraft der Musik und die große Chance, die im gegenseitigen Vertrauen liegt!

Mathieu Malinski (Jules Benchetrit) redet nicht viel, aber wenn der junge Mann aus der Pariser Banlieue ein Klavier sieht, vergisst er die Welt um sich. Auf dem Bahnhof Gard du Nord eilen die Menschen zu den Zügen, aus den Lautsprechern ertönen Durchsagen, aber Mathieu hat sich mitten im Trubel an das öffentliche Klavier gesetzt und spielt ein klassisches Stück. Als ihn eines Tages Pierre Geithner (Lambert Wilson), der künstlerische Leiter des Pariser Konservatoriums, zufällig hört, bleibt er stehen und lauscht verzückt: Er hat ein Talent entdeckt.
Es ist allerdings ein Talent, das gar nicht entdeckt werden will. Mathieu hat die soziale Kluft tief verinnerlicht, die ihn seit seiner Kindheit von Gleichaltrigen trennt, deren Begabungen ausgiebig gefördert werden. Doch als er mit seinen Freunden aus den Vororten einen Einbruch begeht und gefasst wird, weil er sich in der noblen Wohnung nicht um den Schmuck kümmert, sondern Klavier spielt und die Polizisten nicht kommen hört, setzt sich Pierre vor Gericht dafür ein, dass Mathieu Sozialstunden auf dem Konservatorium ableistet, statt ins Gefängnis zu gehen. Pierre will Mathieu nun dazu bewegen, sich von der „Gräfin“ (Kristin Scott Thomas), der besten und strengsten Klavierlehrerin im Haus, unterrichten zu lassen. . .

Ein Film voller Atmosphäre und Energie!

Foto: © Luna Filmverleih






JOY-Joy Joy Zoom

JOY

Dieser Film wird im Rahmen der Ars Femina 2020 gezeigt.

Mittwoch, 11.03. | 19.00 Uhr im Rathaussaal

Drehbuch u. Regie: Sudabeh Mortezai, Österreich, 2018, 100 min.

Der Film erzählt von Frauen, die Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung wurden. Er nimmt dabei durchgehend deren Perspektive ein und beleuchtet ein System, in dem die Rollen Ausbeuterin, Komplizin und Opfer fließend ineinander übergehen.

Joy ist eine junge Frau aus Nigeria, die in Wien als Prostituierte arbeitet. Einerseits möchte sie mit dem dadurch verdienten Geld ihre kleine Tochter und ihre Familie in Nigeria finanziell unterstützen, andererseits muss sie bei Madame, ihrer Zuhälterin, die früher selbst als Prostituierte gearbeitet hat, ihre Schulden abbezahlen und sich damit von ihr freikaufen. Denn Joys Reise von Afrika nach Europa mit Schleppern hat tausende Euro gekostet und muss zurückgezahlt werden. Zudem hat Joy in ihrer Heimat den Juju-Schwur abgelegt, der es ihr verbietet, Landsleute von ihr anzuzeigen. Nachdem die Freiheit für Joy in greifbare Nähe gerückt ist, überantwortet Madame ihr Precious, ein junges nigerianisches Mädchen, das sich nicht mit seinem Schicksal abfinden möchte ...

Joy erhielt das Prädikat BESONDERS WERTVOLL und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Schauspielpreis für Joy Anwulika Alphonsus bei der Diagonale 2019, und mit dem Max Ophüls Preis 2019 für den besten Schauspielernachwuchs, der ebenfalls an Joy Alphonsus ging.
Außerdem war Joy der österreichische Kandidat für den besten Internationalen Film für die Oscarverleihung 2020, wurde aber wegen eines zu hohen Sprachanteils in Englisch disqualifiziert.

Foto: © Filmladen Filmverleih







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